Christiane Scheib
Huforthopädie - Ernährungsberatung - Training
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Chronischer Husten, Heustauballergie
Was ist chronischer Husten und wie entsteht er?
Die Chronifizierung von Atemwegserkrankungen ist leider auf dem Vormarsch. Die Gründe sind vielfältig und daher sind oft unterschiedliche Behandlungsansätze für das offensichtlich selbe Symptom notwendig.
Von den Nüstern bis zu den Lungenbläschen
Die Atemwege des Pferdes beginnen nicht erst in der Lunge, sondern schon mit den Nüstern. Hier strömt die Luft ein und wird zunächst angewärmt, angefeuchtet und von Staub gefiltert. Dafür ist ein schwammförmiger Knochen, das Siebbein, zustandig, das in Höhe der Augen in die Nasengänge hineinragt. Die Luft strömt dabei auch durch verschiedene Nasennebenhöhlen, die Stirn- und Kieferhöhlen. Auf diesem Weg werden Krankheitserreger aus der Atemluft gefiltert, die n den Schleimhäuten kleben bleiben. Das ist von der Evolution gut eingerichtet, denn von hier aus können Schleim und Eiter leichter abfließen als aus der Lunge. Am Kehlkopf vorbei strömt die Atemluft durch die Luftröhre und Bronchien in die Lungen, bis in die kleinen Lungenbläschen, wo der Sauerstoffaustausch stattfindet. Viele Krankheitsvorgänge, welche als Symptom Husten zeigen, laufen in den oberen Atemwegen (Nasennebenhöhlen, Siebbein und Kehlkopf) ab.
Festsitzende Erreger oder ein schwaches Immunsystem können zu dauerhaft entzündeten Atemwegsschleimhäuten führen. Werden dann Stäube eingeatmet, z.B. aus Heu, wird ein Hustenreizausgelöst, welcher wiederum zur Entzündung beiträgt.
Ursachen für chronischen Husten
Viele Besitzer glauben, wenn ihr Pferd chronisch hustet, hat es ein Problem mit der Lunge. Die meisten Pferde haben aber die Probleme in den oberen Atemwegen, also Nasennebenhöhlen oder Kehlkopf, sitzen. Hier können sich Krankheitserreger festsetzen und -ähnlich wie beim Menschen- zu chronischen Infekten führen. Diese verursachen eine ständige Reizung und Entzündung der Atemwegsschleimhäute, was dazu führt, dass neue Krankheitserreger sich leicht in diesen angegriffenen Schleimhäuten festsetzen können.
"Heustauballergie" ist nicht die Ursache
Auch wenn der Tierarzt einen entzündeten und geröteten Kehlkopf festgestellt hat und man daher auf eine "Heustauballergie" schließt, muss das nicht so sein. Meist ist Heustaub nur der Auslöser für einen Husten, dessen Ursache ganz woanders leigt. Allergien gegen Schimmelpilzsporen aus dem Heu haben meist mit chronisch entzündeten Atemwegen begonnen.
Chronisch entzündete Nasennebenhöhlen
Der entzündete Kehlkopf kann die Folge von chronisch entzündeten und / oder vereiterten Nasennebenhöhlen sein. Dabei muss kein Schleim aus der Nase fließen oder hochgehustet werden. Zunnächst muss dieser chronische Infekt therpeutisch behandelt werden. In dem Fall kann durch Inhalation mit ochprozentiger Kochsalzlösung der festsitzende Infekt mobilisiert werden.
Ungesunde Atemluft
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Atemluft. Das Pferd ist ursprünglich Stppenbewohner und seine Atemwege sind entsprechend empfindlich. Feuchte Luft, angereichert mit Staubpartikeln oder Ammoniak, ist Gift für Pferdeatemwege! Daher muss bei geschlossener Stallhaltung immer auf eine erstklassige Belüftung und Staubreduktion geachtet werden. Und auch wenn man die Stallluft in Ordnung findet: wenn mal sich mal in die noch nicht gemistete Box hockt, merkt man oft schnell, wie die eigenen Atemwege auf Staub und / oder Ammoniak reagieren. Schimmeliges Heu oder Stroh sowie das Auskehren der trockenen Stallgasse sorgen für zusätzliche Staubbelastung. Daher gilt: wenn der Stall eingestreut oder gekehrt wird,, die Pferde nach draußen.
Zu viele Proteine
Die Ammoniakbelastung kann man senken, indem man den Proteingehalt in der Fütterung reduziert; die meisten Pferde erhalten mit ihrem Kraftfutter viel zu viel Eiweiß, das der Körper gar nicht in Muskelmasse umbauen kann, sondern mühsam als Harnstoff über die Nieren ausscheiden muss.
Im Boden freuen sich Mikroorganismen darüber, die aus dem Harnstoff Energie gewinnen und als Abfall Ammoniak produzieren. Sprüht man den Stall und vor allem die Boxenböden regelmäßig mit EM-A aus, so werden diese Ammoniak-Produzenten langsam von den EM-A verdrängt und die Stallluft verbessert sich spürbar. Bald merkt man auch, dass der Kot des Pferdes weniger sauer und nach Ammoniak riecht, wenn der Proteinanteil in der Fütterung gesenkt wird.
Linksseitige Herzinsuffizienz
Auch das Herz steht in Zusammenhang mit der Atmung: hat das Pferd eine linksseitige Herzinsuffizienz -eine gerade bei älteren Pferden weit verbreitete Problematik- so gibt es einen Rückstau des Blutes in die Lunge und der Blutdruck an den Lungenbläschen steigt. Dadurch gerät Flüssigkeit aus der Blutbahn in die Lungenbläschen, was den sogenannten "Herzhusten" verursachen kann. Über die Kräftigung des Herzmuskels kann man betroffene Pferde therapeutisch unterstützen und den Husten reduzieren.
Die Rolle des Dickdarms
Bei uns in der Medizin weniger bekannt ist der Zusammenhang zwischen Dickdarm und Atemwegen.
Die Traditionelle Chinesische Madizin lehrt, dass Lunge und Dickdarm zum selben Funktionskreis gehören: Störungen im Dickdarm führen zeitversetzt zu Störungen in den Atemwegen.
Das spiegelt sich auch physiologisch, denn wenn der Dickdarm des Pferdes gestört ist, entzündet sich die Darmschleimhaut und die wird überlastet. Das entzieht dem Stoffwechsel Schwefel, was dazu führt, dass der Körper nicht mehr ausreichend Cystein bliden kann. Dieses wird aber für die Schleimbildung in den Atemwegen benötigt.
Eine Darmstörung führt also zu trockenen Schleimhäuten, in denen sich dann wieder Keime und eitriger Schleim festsetzen kann. Diese Pferde sprechen bei Husten meist auf die Inhalation mit ACC (Acetylcystein) an.
Fehlgärungen im Darm führen außerdem zu einem erhöhten Gehalt an Gasen, welche vom Blutstrom anfgenommen und zu einem großen Teil agbeatmet werden müssen. Dieser Zusammenhang zeigt, dass auch chronisch hustende Pferde keine Heulage bekommen sollten, weil diese langfristig den Darm derart stört, dass die Problematik in den Atemwegen eher noch verstärkt werden kann. Die Pferde husten dann zwar nicht, weil der Staubreiz fehlt, aber sie bekommen oft auch nach einigen Jahren ein Equines Asthma.
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